Prävention sexualisierte Gewalt
Die Prävention sexualisierter Gewalt als essenzieller Auftrag des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt ist eine der zentralen Aufgaben des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes.
Bei Sexualisierter handelt es sich nicht um "Versehen" oder "Missverständnisse", sondern um Handlungen, bei denen Macht ausgeübt und die körperliche oder psychische Integrität verletzt wird. Hierbei handelt es sich um jegliche Formen von Gewalt im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen. Es gibt viele verschiedene Formen von sexualisierter Gewalt. Oft ist es gar nicht so leicht diese zu erkennen und einzuschätzen: Grenzüberschreitungen - Missachtung von persönlichen Schamgrenzen oder unangemessene Berührungen. Übergriffe - Gezielte Handlungen gegen den Willen des Kindes oder unter Ausnutzung eines Abhängigkeitsverhältnisses. Strafrechtlich relevante Taten - Dazu gehören sowohl körperliche Kontakte als auch die Konfrontation mit pornografischen Inhalten oder die Anbahnung von Kontakten im digitalen Raum (Cybergrooming). Sexualisierte Gewalt geschieht oft im sozialen Umfeld – also dort, wo Kinder sich eigentlich sicher fühlen sollten.
Prävention bedeutet nicht, Kindern Angst zu machen, sondern sie stark zu machen. Wirksamer Schutz basiert auf einer Kultur des Hinsehens und der aktiven Förderung von Kinderrechten. Kinder, die gelernt haben, dass ihr Körper ihnen gehört und dass sie "Nein" sagen dürfen, sind besser geschützt. Das Jugendamt unterstützt Projekte, die Kindern vermitteln: "Mein Körper gehört mir." "Ich vertraue meinem Bauchgefühl." "Es gibt gute und schlechte Geheimnisse." Wir informieren Erziehungsberechtigte, pädagogische Fachkräfte, Kinder und Jugendliche über Risiken (auch im Internet) und zeigen Wege auf, wie Hilfe geholt werden kann. Das Jugendamt berät zum Kinderschutz und Unterstützt die Entwicklung von Schutzkonzepten in Institutionen. Dabei sind klare Verhaltensregeln für Mitarbeitende, Beschwerdewege für Kinder und Erziehungsberechtigte und die Prüfung von erweiterten Führungszeugnissen grundlegende Elemente. Sexualisierte Gewalt gedeiht im Schweigen. Durch offene Kommunikation und Sensibilisierung sorgen wir dafür, dass Betroffene und Angehörige wissen: Du bist nicht allein, und es gibt Hilfe.
Weitere Informationen
- Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (Öffnet in einem neuen Tab)
- Landesfachstelle Prävention sexualisierte Gewalt (Öffnet in einem neuen Tab)
- Hilfe-Portal sexueller Missbrauch (Öffnet in einem neuen Tab)
- STRONG - Stark gegen Online Gewalt und Cybergrooming (Öffnet in einem neuen Tab)
- AJS NRW: Sexualisierter Gewalt im digitalen Raum begegnen. Kinder schützen und in ihren Rechten stärkenPDF-Datei1,93 MB
Beratungsstellen in Paderborn
- Beratungsstelle Belladonna - Skf Ortsverein Paderborn e.V. (Öffnet in einem neuen Tab)
- Frauenberatungsstelle Lillith (Öffnet in einem neuen Tab)
- MUT.Ich Caritasverband Paderborn - Beratungsstelle für betroffene Jungen von sexualisierter GEwalt und Jungen und Mädchen die sexuelle Gewalt ausüben (Öffnet in einem neuen Tab)
Arbeitskreis Sexualpädagogik Paderborn
Der Arbeitskreis Sexualpädagogik in Paderborn setzt sich aus Fachberatungsstellen und dem Jugendamt der Stadt Paderborn zusammen. Der Arbeitskreis bietet regelmäßigen fachlichen Austausch und präventive Angebote für Kinder Jugendliche und Erziehungsberechtigte.
Unter anderem bietet der Arbeitskreis einen Mitmach-Parcours rund um das Thema Sexualität an Schulen an. Außerdem führt der Arbeitskreis jedes Jahr ein Freibadprojekt im Rolandsbad durch, um Kinder und Jugendliche über Grenzsetzung und Hilfestellungen bei grenzüberschreitendem Verhalten anderer zu informieren.
